Anlässlich des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg hat die Domschule in ein besonderen Projekt den Blick auf Gegenwartsfragen gelenkt. Die Veranstaltung zeigte eindrücklich, wie Kunst ein Resonanzraum sein kann, in dem sich spirituelle Tradition wissenschaftliche Erkenntnis und gegenwärtige Herausforderungen begegnen.
Rund 800 Jahre nach dem Tod des heiligen Franziskus erhält dessen berühmter „Cantico delle creature“ eine neue Klanggestalt. Der Komponist Ludger Vollmer hat den Sonnengesang neu vertont. Die Uraufführung fand im Rahmen des Katholikentags statt und brachte den mittelalterlichen Text in einen eindrucksvollen Dialog mit den drängenden Fragen unserer Zeit – insbesondere der ökologischen Krise. Harald Lesch fügt zwischen den Strophen die harten Fakten der Wissenschaft ein. Eine leidenschaftliche Mahnung den Problemen nicht auszuweichen. Sie gipfelt aber trotz aller Brisanz in der Aussage: Optimismus ist Pflicht. Und das Then-Quartett kontextualisiert die Themen mit Aussagen aus Gegenwart.
Für die Bildungsarbeit zeigt sich, wie religiöse Traditionen kreativ erschlossen und in aktuelle Diskurse eingebracht werden können. Themen wie Nachhaltigkeit, Verantwortung für die Schöpfung und globale Gerechtigkeit lassen sich so nicht nur theoretisch, sondern auch sinnlich und erfahrungsbezogen vermitteln.
Foto: 104. Deutscher Katholikentag
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