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Newsletter der Domschule - Juni 2026

Newsletter der Domschule - Juni 2026

Newsletter Domschule Würzburg

‍Besucher,

gerade ist Pfingsten vorbei. Und ich frage mich, wo denn etwas von diesem Geist…, von diesem Geist, der lebendig macht - wie es im großen Glaubensbekenntnis heißt - heutzutage zu spüren ist.

Zu viele Nachrichten von verbrecherischer, totbringender Gewalt, von menschenverachtendem Größenwahn und von bewusst geschürtem feindseligen Hass strömen auf mich ein. Zu viele rücksichtslose Machtinteressen, zu viele respektlose Geringschätzungen, zu viele schwer auszuhaltende Ungerechtigkeiten nehme ich wahr.

Zufällig werde ich krank die Tage, liege im Bett und nehme ein Buch zur Hand.

Und das, was ich da lese, macht mir Mut. 

Es erzählt von Menschen, die in der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten Widerstand geleistet haben, manche im offenen Kampf, manche im Stillen, mit Worten, mit Standhaftigkeit. Menschen, die aufrechte Menschen geblieben sind, die ihre Menschlichkeit und ihre Würde nicht verraten haben, viele um einen sehr hohen Preis.

Es ist ein Buch von Matthias Brandt, der darin seine Rede wiedergibt, die er zum Gedenktag des Attentats auf Hitler am 20.Juli letzten Jahres gehalten hat und der  darin über die Menschen, die damals Widerstand geleistet haben, über seine Eltern, deren Widerstand, aber auch über seine persönliche und unser aller Verantwortung heute gesprochen hat.

Mich berührt dieses Buch, mich berühren die Menschen, von denen Brandt erzählt, mich berührt die Art, wie er von Ihnen erzählt, und wie er seine Schlüsse für seine und unsere Verantwortung heute daraus zieht. So menschlich warmherzig, so analytisch klar, so politisch klug.

Die Schlussworte seiner Rede waren:

„Meine Mutter hat mir vieles beigebracht, sehr vieles. Auch dass man sich entscheiden muss - und dass es dazu manchmal keine zweite Gelegenheit gibt.

Und fast noch wichtiger, dass Nichtstun ebenfalls eine Entscheidung ist. Wie oft geht mir das in letzter Zeit durch den Kopf. Nämlich eine Entscheidung für das Wegschauen, für das Geschehenlassen.

Sie sagte: “Man muss nicht laut sein, um standhaft zu sein. Es reicht, wenn man weiß, wer man ist - und auf welcher Seite man steht.“

(Matthias Brandt: Nein Sagen. Über den 20. Juli 1944, meine Eltern und persönliche Verantwortung heute. Köln, 2026)


‍Veranstaltungen

Führung am 11. Juni 2026

Stadtspaziergang Stolpersteine

Ein goldenes Viereck am Boden mit einer Inschrift unterbricht in vielen Städten den grauen Bodenbelag. Entlang einer ausgewählten Route durch Würzburg erfahren Sie mehr über Menschen, die niemals vergessen werden sollen, und die Zeit der Naziherrschaft sowie deren systematische Zerstörung von Menschenleben.

‍© Michael Stolz

Führung am 18. Juni 2026

Versteckte Perlen

Ein Orgelspaziergang zu den kleinen Instrumenten von Dom und Neumünster

Dom, Neumünster und Orgel: da tauchen im inneren Ohr die Klänge der mächtigen Domorgel und der strahlenden Orgel im Neumünster auf. Doch in und um die beiden Kirchen stehen Instrumente, die kaum wahrgenommen werden. Sie befinden sich an Orten, in denen für kleinere Gruppen bzw. seltener Musik erklingt.

‍©464856_original_R_by_Rike_pixelio.de

Seminar vom 26. Juni bis 28. Juni 2026

Nur Mut und weiter so!

Märchenerzählen Aufbaukurs

Sie haben erste Erzählerfahrungen gesammelt und wollen weiter zu Ihrem eigenen Erzählen finden, dann probieren Sie sich aus und lassen sich im Schutz der kleinen Gruppe auf Neues ein. Bringen Sie zum Kurs das Märchen mit, an dem Sie gerade arbeiten; wir wollen es weiter verinnerlichen und es lebendig werden lassen.

‍© bessi7, fotolia.com


‍Neues und Interessantes

Podiumsdiskussion am 17. Juni 2026

Mann, brich‘ das Schweigen

zu sexueller Gewalt an Frauen

Seit Monaten wächst die mediale Aufmerksamkeit an sogenannten „Fällen“ sexualisierter und sexueller Gewalt gegen Frauen. Und dennoch bleiben die meisten Verbrechen im Verborgenen. Wissenschaftlich belegt ist: Sexualisierte und sexuelle Gewalt ist strukturell, alltäglich und oft ganz nah. Auffallend ist, dass die Stimmen derer, die sich analytisch und reflexiv mit dem Problemfeld und solidarisch mit den (potentiell) Betroffenen und Opfern auseinandersetzen, meist weiblich* sind. Diese Realität wirft eine zentrale Frage auf: Warum schweigt die große Mehrheit der Männer?

‍© Tumisu, pixabay.com

Antrittvorlesung am 26. Juni 2026

Kinderlose Mütter

Kirchengeschichtliche und
biblische Perspektive

Zwei neue Professorinnen der Katholisch Theologischen Fakultät wollen sich nicht nur der Universität vorstellen, sondern richten ihre Antrittsvorlesung ganz gezielt auf einen größeren Kontext hin aus und haben daher die Kooperation mit der Domschule gesucht. Wir freuen uns ganz besonders, dass wir bereits nach kurzer Zeit mit den Kolleginnen Dr. Dr. Johanna Brankaer, Professorin für Kirchengeschichte des Altertums und Patrologie, und Dr. Veronika Bachmann, Professorin für Biblische Einleitung und biblische Hilfswissenschaften, eine Basis der Zusammenarbeit gefunden haben und neue Projekte gemeinsam realisieren.

‍© Barbara Bucher