Gespräch
© Stillleben, Claesz, 1640
Gespräch
© Stillleben, Claesz, 1640
Verborgene Dimensionen in holländischen Stillleben des 17. Jahrhunderts Im "Goldenen Zeitalter" der niederländischen Malerei gehört das Stillleben neben Landschaft, Porträt und Genre zu den dominierenden Gattungen. Viele dieser Zusammenstellungen unbelebter Objekte, die dennoch in vielen Sprachen als „stilles Leben“ firmieren, faszinieren den unbefangenen Blick noch heute wegen ihrer – vermeintlichen oder tatsächlichen – Wirklichkeitstreue. Während die ältere Kunstgeschichte in allen Objekten verborgene Symbolik am Werk sah, tendiert die neuere Forschung dazu, in der Detailverliebtheit das neuzeitliche Interesse an der sichtbaren, materiellen Welt gespiegelt zu sehen. Waren Stillleben Instrumente der moralischen Weltdeutung oder Mittel zur wissenschaftlichen Welterkenntnis? Oder war dies einfach nur die Gattung, in der die holländischen Künstler besonders gut zeigen konnten, wie sehr sie die Kunst der Augentäuschung beherrschten? Im Martin von Wagner Museum der Universität Würzburg bilden niederländische Stillleben einen Schwerpunkt der Gemäldegalerie. In der neuen Ausgabe der Reihe „vis-à-vis“ werden sich die Augen auf ein herausragendes, 1640 datiertes banketje von Pieter Claesz konzentrieren. Vergleichend werden benachbarte Stillleben im Niederländer-Saal des Museums herangezogen, um den Blick für die im christlichen Glauben wurzelnden Qualitäten von Claesz‘ Gemälde zu schärfen.
Gesellschaft und Kultur Kursdetails
Augenschmaus oder Seelenspeise?
Kursnr.
26-AK-129
Beginn
Mi.,
–
Veranstaltungsort
Martin von Wagner Museum der Universität Würzburg, Residenzplatz 2 , Tor A, 97070 Würzburg
Kosten
8,00 €
/ ermäßigt 6,00 €
Referent*in(en)
Akademiedirektor i. R., Domschule Würzburg
Direktor der Neueren Abteilung des Martin von Wagner Museums der Universität Würzburg
Anmeldung
erforderlich bis 04.11.2026