Ringvorlesung
© Arringatore, commons.wikimedia.org
Ringvorlesung
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aus der Ringvorlesung Texte und Bilder der Antike zwischen Aufklärung und Manipulation Weder Bilder noch Texte bilden die Welt so ab, wie sie ist. Bilder haben ein Programm: sie werden ausgewählt und gestaltet, um ihren Betrachtern eine bestimmte Sichtweise auf die Dinge nahezulegen. Texte, gerade öffentlich vorgetragene, gehen strategisch vor, um ihr Publikum in einer gegebenen Situation von dem Standpunkt des Sprechers oder der Sprecherin zu überzeugen und zu einem bestimmten Verhalten zu motivieren. Man kann also von einer Rhetorik der Texte wie der Bilder sprechen. Die Ambivalenz dieser Tatsache ist bereits in der Antike Gegenstand vielfältiger Diskussionen gewesen. Auf der einen Seite war man fasziniert von der Macht und den Möglichkeiten der Rede, die als Medium zivilisatorischen Fortschritts, als Mittel verantwortungsbewusster Herrschaftsausübung (Cicero) und als Instrument der Wahrheitsvermittlung und Aufklärung gepriesen wird (Augustinus); bisweilen schreibt man ihr sogar einen intrinsischen ethischen Wert zu (Quintilian). Auf der anderen Seite warnt eine von Platon ausgehende philosophische Rhetorikkritik vor der Wahrheitsindifferenz der Rhetorik und ihrem Einsatz für Machtmissbrauch und Manipulation – ein Aspekt, der uns angesichts der Erfahrungen des 20. und 21. Jahrhunderts mit besonderer Drastik vor Augen steht. Die Ringvorlesung möchte die rhetorischen Strategien antiker Medien in ihrer Ambivalenz aus interdisziplinärer Perspektive vor Augen führen. Sie thematisiert dabei die Rhetorik der Texte und Bilder ebenso wie deren antike und moderne Kritik. Weitere Termine: 04.05.2026 Von Umweltzerstörung bis Klimawandel in der frühjüdischen Apokalyptik: Die Darstellung von Zukunftsszenarien als Mittel, Gegenwart zu erfassen Loren Stuckenbruck, LMU München 18.05.2026 Zwischen Beobachtung und Konstruktion: Herodots Ägyptenbuch im Spannungsfeld von Ethnographie, Manipulation und Aufklärung Stefan Pfeiffer, Alte Geschichte, Halle 08.06.2026 Geschichtlichkeit und Authentizität in den Keilschriftkulturen Westasiens: Das Cruciform Monument Eva Cancik-Kirschbaum & Ingo Schrakamp 15.06.2026 Pastorale Landschaften in Text und Bild Marcel Danner, Würzburg 06.07.2026 Lüge und Verleumdung im Kontext antiker Religionsvorstellungen Theresa Roth, HU Berlin 13.07.2026 Psychagogie und Menschenführung in Texten der griechischen Antike Jan Erik Heßler, Würzburg
Tödliche Argumente. Ciceros manipulative Rhetorik in den Philippischen Reden
In Zusammenarbeit mit
Würzburger Altertumswissenschaftliches Zentrum
Kursnr.
26-AK-075
Beginn
Mo.,
–
Veranstaltungsort
Burkardushaus - Tagungszentrum am Dom, Am Bruderhof 1, 97070 Würzburg
Kosten
Eintritt frei
Referent*in(en)
Downloads
Anmeldung
nicht erforderlich